BDB schließt sich Protest gegen Palästinenserfilm an
Jüdische Organisationen aus Frankfurt/M. haben am Donnerstag,
29.9.05 zu einer Protestaktion vor dem Berger Kino gegen den
palästinensischen Film "Paradise now" aufgerufen. Ihrer Meinung
nach wird in diesem Film über zwei Selbstmordattentäter allein
Israel für die verfahrene Situation im Nahen Osten verantwortlich
gemacht sowie die Tötung von Juden legitimiert.
Dieser Protestaktion haben sich auch Mitglieder des BDB und
Exilchristen aus islamischen Ländern angeschlossen. Sie entrollten
ein Transparent mit der Aufschrift "Die Toten mahnen: Keine
Verharmlosung von Islamterror". Gleichzeitig forderten sie den
Kinobesitzer auf, den islamkritischen Film "Submission" von Theo
van Gogh zu zeigen. Der Slogan fand nicht nur bei den Ausrichtern
des Protestes, der "Zionistischen Organisation Frankfurt", sowie
des "Jüdischen Studentenverbandes Hessen", Anklang, auch der
Kinobesitzer zeigte sich beeindruckt und hätte kein Problem damit,
van Goghs Streifen im Vorprogramm zu zeigen. Allerdings hat
bisher kein Verleih den Film im Angebot - offenbar aus Angst vor
Islamterror.
Der Film "Paradise now" versucht eine Gratwanderung zwischen
palästinensischem Patriotismus und der menschenverachtenden
Motivation von Selbstmordattentätern, indem er einerseits
Verständnis für deren Ziele weckt, gleichzeitig aber auch die
Hauptakteure ironisch beleuchtet, wenn sie in Slapstick-Manier ihre
Märtyrertestamente verlesen. Angesichts von mehr als 5000 Toten,
die dieser Wahnsinn allein in den letzten Jahren verursacht hat, ist
nach Auffassung des BDB jedes "Herumgemenschel" hier absolut
fehl am Platz. Selbstmordattentäter in einer Art "Opferrolle" zu
zeigen, ist darum geradezu eine Verhöhnung ihrer wirklichen
Opfer. Da hilft auch keinerlei Ironie weiter, sondern schlägt
unweigerlich in Zynismus um.